„Experiment Travelmat“

„Experiment Travelmat“

Nach vielen Jahren war ich vergangenen Monat endlich mal wieder mit Rucksack und ohne festen Plan unterwegs. Außer dem Plan, dass es kreuz und quer durch Sri Lanka gehen sollte, mit Bus, Bahn und Tuktuk. Da meine tägliche Ashtangapraxis essentiell in meinem Leben ist, war natürlich klar, dass auf jeden Fall eine Yogamatte mit ins Gepäck muss. Meine übliche Matte ist eine „Black-Mat“ von Bausinger – mittlerweile heißt sie dort „Kurma“. Die nehme ich meist auch auf jeden Workshop und natürlich nach Mysore mit. Aber 3 kg Matte kreuz und quer über die Insel schleppen??? Nee, dann ist der Rucksack ja allein damit schon fast voll und der Spaß am Reisen vergeht mir schneller als ich gucken kann – auf keinen Fall!

Also entschied ich mich für die Travelmat von Yogistar, die schon eine ganze Weile unbenutzt bei mir zu Hause rumliegt.

Hier möchte ich meine Erfahrungen damit mit Euch teilen, vor allem weil ich selbst vor Beginn der Reise sehr skeptisch war, ob sich meine Entscheidung bewähren wird oder ob ich den ganzen Monat bereue, nicht doch eine dickere eingepackt zu haben.

HAUCHDÜNN

Was für ein Unterschied!! Von den gewohnten 6 mm unter mir (plus Mysore-Teppich schon fast 10 mm) auf … hmmm na wieviel hat sie denn nun – ist es überhaupt 1 mm?? Das Ding ist wirklich superdünn!

Da der Boden in den Guesthouse-Zimmern meist aus Beton ist, fühlt sich durch die hauchdünne Travelmat jeder Jumpback ganz schön hart an. Auch auf Schultern oder dem Kopf zu stehen, oder gar in Garbha Pindasana über den Rücken zu rollen ist eine größere Herausforderung ohne die gewohnten luxuriösen 6 mm unter mir. Zumal darauf zu Hause ja auch noch mein Mysore-Teppich liegt. Jedoch lässt es sich recht schnell daran gewöhnen und irgendwie hat es auch was Gutes: ich begann schnell damit meinen Jumps wieder mehr Beachtung zu schenken und bewusst sanfter zu landen. Es entstand mehr Achtsamkeit für all die Bewegungen, bei denen der harte Boden in den Vordergrund rückte und dann funktionierte es recht gut. Man fängt so schnell an es sich einfach zu machen, wenn man nur die richtigen Hilfsmittel dafür hat. Und eine komfortable Matte ist wohl auch einfach nichts anderes als ein gutes Hilfsmittel.

RUTSCHFESTIGKEIT

Die Travelmat ist sehr rutschfest. So rutschfest, dass sie beim Jump-through oder Jump-back keinen Mattenkontakt der Füße verzeiht. Also überhaupt keinen! Dadurch dass sie aus Naturkautschuk besteht (ökologisch also top), bremst sie einen sofort aus und es kann leicht passieren, dass man sich die Haut dabei etwas aufschürft. Das ist für mich sehr ungewohnt und anstrengend – aber tief in mir drängte sich ganz leise die Frage auf: Ist diese Matte einfach nur ehrlich zu mir?? Na gut, ich entschied mich dann aber doch dafür meinen gewohnten „Mysore-Rug“ durch mein Microfaser-Reisehandtuch zu ersetzen und schon fühlte sich alles viel komfortabler an.

FEUCHTIGKEIT

Sri Lanka ist eine tropische Insel mit einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit. Außerdem zogen sich durch unsere gesamte Reisezeit dort immer wieder Regenperioden. Dies führte nach ein paar Tagen dazu, dass die Travelmat sehr glitschig wurde, da sie die Feuchtigkeit aus der Luft aufgesogen hatte wie ein Schwamm. Nun fühlten sich alle Jumps an wie auf einer Rutschbahn und von ihrer eben noch oben beschriebenen unglaublichen Rutschfestigkeit war absolut gar nichts mehr übrig. Aber zum Glück half auch hier letztendlich ganz easy wieder das Reisehandtuch.

GEWICHT

Gewicht?? Welches Gewicht? Das wusste ich an der Travelmat sofort zu schätzen: Sie wiegt fast nichts! Besonders praktisch ist auch, dass sie sich nicht nur in gerolltem Zustand transportieren lässt, sondern aufgrund ihrer dünnen Beschaffenheit ist sie sogar faltbar! So nimmt sie richtig wenig Platz im Rucksack weg und es bleibt viel Stauraum für alles andere was in Deinem Backpack unerlässlich ist. 100 Punkte allein dafür!

FAZIT

Trotzdem ich anfans meine heißgeliebte extra-dicke Black-Mat ziemlich vermisst habe, würde ich auf jeden Fall beim nächsten Mal wieder die Travelmat einpacken. Das extrem geringe Gewicht und besonders die Faltbarkeit sind einfach unschlagbar und essentiell wichtig, wenn man als Backpacker unterwegs ist und neben der Matte auch noch Anderes im Rucksack Platz finden soll. Außerdem ist es auch immer wieder gut, mal aus seiner Komfortzone rauszukommen. Schließlich lehrt uns ja genau das auch jeden Tag unsere Yogapraxis. Und auch die Art als Backpacker unterwegs zu sein hat meines Erachtens genau dieses Ziel. Mit wenig auszukommen, den heimischen Luxus für eine Zeit hinter sich zu lassen und sich wieder bewusst zu werden wie wenig im Leben eigentlich nötig ist, um glücklich zu sein. Und so eine Komfortzone ist eben auch die heimische dicke Matte mit dem kuschligen Mysore-Teppich drauf!!

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Falls bei Dir demnächst auch eine Reise anstehen sollte und Du dort auf keinen Fall auf Deine Praxis verzichten möchtest, kannst Du die Matte hier kaufen:

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