Rundreise durch Sri Lanka

Rundreise durch Sri Lanka

Vier Wochen Backpacking – November 2017

Nachdem die letzten Jahre über unser gesamter Jahresurlaub immer der Yogapraxis in Mysore gewidmet war, entschied das Schicksal letztes Jahr für uns, dass wir auch mal so richtig Urlaub machen sollten. Nachdem es also mit Mysore nicht sein sollte, entschieden wir uns für einen Backpacking-Trip quer durch Sri Lanka im November.

Die Reiseroute

Da ich bereits zum 4. Mal auf die Insel reiste, stand die Route relativ schnell fest. Ein bisschen was von allem sollte es sein: Hochland, Nationalparks und natürlich Strand.

Sri Lanka ist vom Wetter ja prinzipiell ganzjährig bereisbar. Jedoch meist nur zur Hälfte. Mit dem Wetter ist das ja aber immer so eine Sache, es lässt sich natürlich nie genau vorhersagen. Aber im Groben und Ganzen gilt die Faustregel: Der Monsun hält sich so ungefähr von Mai – Oktober im Südwesten auf, dann zieht er langsam auf die Nord-Ostseite der Insel. Für unsere Reisezeit im November war also alles möglich und schwer vorauszusagen. Letztendlich hat es dann überall geregnet … aber zum Glück nicht permanent!

Unsere Reiseroute im Detail siehst Du hier. Klick auf’s Bild für mehr Details:

Ankunft in Negombo

Da wir mitten in der Nacht landeten und es ganz entspannt angehen wollten, entschieden wir uns für die ersten beiden Nächte für eine Unterkunft in Negombo. Wir ließen uns vom Homestay-Besitzer direkt abholen. Praktischer geht’s nicht! Er stand mit einem Schild am Flughafen und 10 Minuten später waren wir in unserem Zimmer. Naja, es war nicht wirklich das welches wir gebucht hatten, sondern bei seiner Schwester. In dem von uns gebuchten Zimmer gab es wohl „electricity-problems“, weswegen wir dort nicht hinkonnten. Da wir ja aber sehr Indien-erfahren sind, hat uns das nicht weiter aus der Ruhe gebracht und wir sanken dankbar und erschöpft in die Betten – in welchem Zimmer auch immer. Am nächsten Morgen wurden wir dann wie versprochen abgeholt, konnten in unser Zimmer einziehen und verbrachten dort noch eine weitere Nacht in Negombo.

Wir nutzten den Tag um alles sehr entspannt anzugehen und schlenderten ein wenig durch Negombo. Das hat uns allerdings – wie wir aber schon erwarteten – nicht besonders gefallen. Die christliche Prägung wirkt unter Palmen für mich einfach immer und immer wieder mega-seltsam und unpassend. Interessant war jedoch, dass wir sehen konnten wie dort Allerheiligen bzw. Allerseelen dort begangen wird. Nicht so grau und traurig wie zuhause in Bayern, sondern es werden vor den Friedhöfen recht fröhlich Blumen, Zuckerwatte und Kinderspielzeug verkauft.

Weiterfahrt nach Sigiriya

Der Plan war eigentlich per Bus nach Sigiriya weiterzureisen. Unser „Homestay-Daddy“ fand das aber gar nicht so gut und bot uns an, uns für einen vernünftigen Preis mit seinem Tuk-Tuk dorthin zu fahren. Da wir von der Reise sowieso noch müde waren und uns nicht stressen wollten, nahmen wir sein Angebot gerne an. Zumal wir Tuk-Tuk fahren sowieso total lieben. Man kann anhalten wann man möchte und fühlt sich ganz nah an der Natur – es macht einfach richtig Spaß!!

Einige Stunden später – mit Zwischenstopp bei einem leckeren und sehr originalen Roti-Straßenstand – erreichten wir dann dort auch unser nächstes Guesthouse, das wir über Booking.com einen Tag vorher spontan gebucht hatten. (Wenn du übrigens über meinen Link dort buchst, erhältst Du 15,- € Rabatt!)

Die Family erwartete uns schon und wir wurden quasi von einem Homestay ans nächste „übergeben“ 😅.

Sigiriya

Noch immer nicht so wirklich mental auf der Insel angekommen, machten wir uns am nächsten Tag mit unserem neuen Gastgeber und dessen Tuk-Tuk auf in Richtung des berühmten Sigiriya-Felsens. Dieser liegt in einer wunderschönen Landschaft zwischen Reisplantagen und Bananenstauden. Da wir allerdings den Touristenmassen entgehen wollten und außerdem lieber einen Weg hinaufgehen wollten anstatt der engen Eisentreppe, entschieden wir uns stattdessen den Pidurangala-Felsen zu besteigen, um von dort die Aussicht auf den „Löwenfelsen“ zu genießen.

Die Entscheidung war gut: Der Weg rauf auf den Felsen beginnt bei einem kleinen Tempel, schlängelt sich dann wunderschön durch den Dschungel, vorbei an einem liegenden uralten Buddha. Zum Schluss muss man noch ein wenig klettern, bis man dann auf dem Felsplateau die gigantische -Aussicht auf den berühmten „Löwenfelsen“ und das Umland mit seinem sattgrünen Palmenmeer genießen darf.

Blick auf den „Löwenfelsen“

Unser Vermieter legte uns sehr ans Herz eine Safari in den nahegelegenen Kaudulla-Nationalpark zu machen, da dort wohl gerade „Elefanten-Gathering“ sei! Hää?? Eine Elefanten-Versammlung??? Ja, je nach der Regen-/Trockenzeit ziehen diese über die Insel, da sie ja immer auf der Suche nach Trinkwasser sind (Elefanten trinken Unmengen pro Tag!). Außerdem wandern sie gerne und viel. Und so zieht es sie nun vom Minnerya-Nationalpark in den Kaudulla-NP und sie halten sich dort in großen Gruppen am See auf. Also ließen wir uns das natürlich nicht entgehen und waren hellauf begeistert! Wir sahen riesengroße Elefantengruppen überall rund um den See aus nächster Nähe. Es war tief berührend ihnen stundenlang zuschauen und zuhören zu dürfen!! Wow!!!

Weiter nach Polonnaruwa

Unsere nächste Station ist die ehemalige Hauptstadt des zweitältesten Königreichs in Sri Lanka, die heute zum UNESCO Weltkulturerbe gehört und ein archäologischer Park ist. Nach einem Museumsbesuch über die ehemalige Prunkstadt, radelten wir dann den ganzen Tag durch die Tempelruinen mit vielen Buddhastatuen und Überresten alter prunkvoller Palastanlagen. Dies alles liegt mitten in einer schönen und kühlen Waldlandschaft und ist durchaus den Abstecher wert.

Kandy

Da Polonnaruwa außer dem archäologischen Park nicht viel zu bieten hat, fuhren wir recht schnell weiter. Diesmal endlich mit dem Bus! Auf nach Kandy, der Hauptstadt von Sri Lankas Zentralprovinz.

Kandy – ja was soll ich sagen? Einerseits grau und chaotisch, andererseits hat es doch eine gewisse Magie. Obwohl ich schon so oft da war habe ich mich noch nicht wirklich entschieden ob ich Kandy mag oder nicht. Irgendwie erinnert das Städtchen auch an Indien, gerade das Chaotische und Quirlige. Aber man findet auch sehr ruhige Ecken und das Umland ist unwahrscheinlich schön.

Wir wohnten – wie eigentlich fast immer in Sri Lanka – bei einer sehr netten Familie. Der Vater ist ein gebildeter und besonders wissbegieriger älterer Herr und so verbrachten wir die Abende mit ihm bei sehr interessanten und kuriosen Gesprächen. Tagsüber besuchten wir den Botanischen Garten, den Zahntempel und sogar eine „Sri Lankan-Dance-Aufführung“, in die wir zufällig hineingerieten.

Der botanische Garten hat uns sehr beeindruckt, vor allem die gigantischen Bäume dort hatten es uns sehr angetan. Auch der Zahntempel, den ich bei meinen bisherigen Sri Lanka-Reisen immer ausließ, gefiel uns sehr gut.(Vorher war er mir immer zu gefährlich, da er während des Bürgerkriegs Zielscheibe für Anschläge war).

Ja und was hatte es mit der Tanz-Aufführung auf sich? Eigentlich wollten wir nur noch ein bisschen umherschlendern, als uns ein Herr „aufriss“, der am Kandy-Lake gerade eine Wasserschlange entdeckt hatte. Er erzählte, dass er auf dem Weg zur Tanzaufführung sei, dort als Feuerläufer auftrete und uns dazu einladen möchte. Naja, am Ende haben wir natürlich Eintritt bezahlt und den Herrn nicht wiedergesehen – schon gar nicht beim Feuerlauf! Aber wir haben es trotzdem nicht bereut, es war irgendwie schön mal gesehen zu haben und zu erfahren welche unterschiedlichen Bedeutungen die einzelnen Tänze und Masken haben. Kann man also durchaus mal hingehen wenn man grade in Kandy ist.

Zugfahrt über Nuwara Eliya nach Ella

Ein „Muss“ auf jeder Sri Lanka Reise: die Zugfahrt durch’s Hochland! Dank unseres Vermieters starteten wir nicht am Hauptbahnhof in Kandy, sondern in einem Vorort. So hatten wir auch ohne Vorreservierung die Chance Sitzplätze zu bekommen. Super Tipp, als der Zug in Kandy einfuhr wussten wir, dass wir dort keinesfalls eine Chance gehabt hätten!

Leider hatte ich mich falsch erinnert und war der Meinung die bessere Aussicht hat man wenn man in Fahrtrichtung rechts sitzt. Aber da geht es nach einiger Zeit nur immer an Wänden entlang und man sieht nichts mehr. So wechselten wir dann irgendwann die Seite und genossen die wunderbare Aussicht auf’s Hochland größtenteils in der offenen Tür sitzend. Die Züge in Sri Lanka sind nicht viel schneller als im Schritttempo unterwegs, so kann man gemütlich in der offenen Tür sitzen und den Ausblick genießen. Weil im Hochland im November „rainy season“ ist, tauchte unser Zug zwischendurch immer wieder in dicke Woken ab, die dann aber nach einer Zeit wieder aufrissen. Ein richtig schönes, mystisches Naturschauspiel!

Damit die Zugfahrt nicht zu lang wurde, legten wir in Nuwara Eliya einen Übernachtungs-Zwischenstopp ein und nutzten die Gelegenheit zur Besichtigung einer Teefabrik.

Naja, Nuwara Eliya ist einfach nicht mein Favorit. Ich wollte dem „englischen Städtchen“ eine zweite Chance geben, aber mir hat es einfach wieder nicht gefallen. Es ist richtig kalt dort oben und der Ort selber ist nicht schön, er wirkt sehr trist und ungemütlich auf mich. Lediglich zum Shoppen ist es dort gut geeignet, wird dort oben doch so einige B-Ware an Winterkleidung namhafter Firmen günstig verkauft.

Nach einer Nacht unter dicken Decken dann also nix wie weiter Richtung Ella. Das Örtchen hat mir vor vielen Jahren so gut gefallen. Und obwohl ich gehört habe, dass es sich inzwischen zu einer schrecklichen Traveller-Enklave entwickelt hat, freute ich mich darauf. Ella liegt zwar auch im Hochland, doch um einiges tiefer als Nuwara Eliya. So ist das Klima dort sehr angenehm, tagsüber schön warm, nachts angenehm kühl.

In Ella angekommen, fand ich mich tatsächlich erstmal überhaupt nicht mehr zurecht. Tatsächlich sind die Restaurants und Shops auf eine Vielzahl mehr angewachsen als ich es in Erinnerung hatte. Aber so schlimm wie befürchtet war es überhaupt nicht. Vielleicht lag das aber auch daran, dass wir zur Nebensaison unterwegs waren. Wir hatten eine traumhafte Unterkunft mit Blick vom Balkon über die weite Berglandschaft. Trotz vielem Regen schafften wir eine Wanderung trockenen Fußes auf den „Little Adams Peak“ und einige Spaziergänge durch die Teeplantagen.

Udawalawe und Yala Nationalpark

Jetzt zog es uns dann aber so langsam mal Richtung Strände in den Süden! Da wir aber von der ersten Safari so begeistert waren, wollten wir unbedingt nochmal eine machen – und so stoppten wir für eine Nacht am Udawalawe-Nationalpark. Wir wohnten wieder mal bei einer superlieben Familie, die uns auch gleich die Safari für den nächsten Morgen organisierte. Wieder waren wir unglaublich beeindruckt von der Tierwelt!! Goldschakale, Pfaue, Rehe, Affen, unzählige Vogelarten, Krokodile, Wasserbüffel und natürlich unsere heißgeliebten Elefanten!!

Jetzt war es um uns geschehen und wir waren so richtige Safari-Fans!! Also änderten wir ganz spontan unsere Route und entschieden uns auch noch zum Yala-Park zu fahren – der größte und bekannteste Nationalpark Sri Lankas. Mit dem Bus fuhren – nein eher flogen! – wir am Nachmittag weiter nach Tissamaharama. Dort kamen wir direkt bei Yanaka, dem wohl besten Safari-Anbieter dort, unter und buchten für den nächsten Tag sogar eine Ganztages-Safari bei ihm.

Wow!!! Das war nochmal eine ganz andere Nummer! Der Yala-Park überrascht mit einer völlig anderen Landschaft, die fast schon an Afrika erinnert. Er ist riesig, für Touristen ist nur ein Fünftel des Parks zugänglich! So fuhren wir den ganzen Tag kreuz und quer durch den Park, sahen sehr viele unterschiedliche Tiere und sogar einen Leoparden!! Der Park ist ja dafür berühmt, dass dort noch verhältnismäßig viele Leoparden leben, trotzdem ist es großes Glück, einen zu erspähen. „Unserer“ war zwar leider recht weit weg, doch wir konnten ihn stundenlang durch’s Fernglas beim Schlafen, Putzen und Gähnen beobachten. Irgendwann erhob er sich dann doch noch und lief sogar ein Stück näher in unsere Richtung!!! Wir waren total überwältigt von der majestätischen Erscheinung dieses wunderschönen Tieres!

Nach einer Mittagspause am Meer (die übrigens die einzige Möglichkeit des Tages war zum Pinkeln zu gehen!!!), ging es stundenlang weiter durch diese unglaubliche Landschaft. Irgendwann kamen wir uns nur noch vor wie bei Alice im Wunderland und sahen zu wie die unterschiedlichsten Tierarten im Zwielicht der Nachmittagssonne an uns vorüberzogen. Wir fühlten uns wie in einer Märchenlandschaft!

Endlich am Strand!!!

Per Bus fuhren wir am nächsten Tag dann endlich an den Strand! Wir blieben ein paar Tage in Tangalle und genossen dort etwas östlich vom Ort absolut ruhiges und entspanntes Beachlife. Glücklicherweise meinte es das Wetter in diesen Tagen auch sehr gut mit uns und wir konnten endlich Sonne tanken!

Nachdem es uns dann aber dort schon fast langweilig wurde, entschieden wir uns noch mehr Strände zu erkunden und fuhren einige Kilometer weiter die Küste entlang und quartierten uns in Tallala ein. Im Gegensatz zu den langen endlos wirkenden Stränden von Tangalle, ist Talalla eine Bucht. So konnten wir dort auch richtig im Meer schwimmen, ohne Angst zu haben von den Strömungen nach Australien getrieben zu werden. Die Bucht ist traumhaft und wir konnten uns an den Farben des Wassers gar nicht sattsehen!! Nur schade, dass Petrus uns nicht mehr so wohlgesonnen war und es dann täglich ab dem Nachmittag regnen ließ. So blieben uns leider keine Gelegenheiten für Ausflüge ins Umland. Aber wir passten uns dem Wetter an, nutzten das Meer bis zum frühen Nachmittag und verbrachten anschließend die Zeit beim Uno-Spielen mit unserer überaus quirligen Gastgeberin.

Die letzte Woche über meinen Geburtstag verbrachten wir dann noch in Unawatuna. Dort hatten wir dann aber leider so richtig Pech mit dem Wetter, da es so starken Dauerregen hatte, der nahezu alle Aktivitäten unmöglich machte. Unser Zimmer wurde sogar fast vom Hochwasser geflutet und wir legten schlussendlich dann auch mit Hand an, um die Zimmer vor der Flut zu retten!

Naja, nicht so schlimm! Wir wissen ja: Sri Lanka – wir kommen wieder!!!

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